Der Deutsche Weiterbildungstag, der in diesem Jahr am 26. September stattfinden wird, will unter dem Motto „Weiter bilden, Gesellschaft stärken“ und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier deutlich machen, welchen Beitrag die berufliche, (inter-)kulturelle und politische Weiterbildung zu einer Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts leistet und leisten kann.

Im Zuge der Sondierungsgespräche und der Koalitionsverhandlungen zwischen der CDU, CSU und der SPD sind die Vereinbarungen, die im bildungspolitischen Bereich getroffen worden sind und im Koalitionsvertrag festgeschrieben wurden, von vielen Seiten als „bildungspolitischer Aufbruch“ bewertet worden. In dem mit „Offensive für Bildung, Forschung und Digitalisierung“ überschriebenen Abschnitt IV des Koalitionsvertrages werden u. a. die Absichten erklärt, einen Nationalen Bildungsrat einzurichten, eine Investitionsoffensive für Schulen auf den Weg zu bringen, die flankierend zum laufenden Schulsanierungsprogramm die Länder bei ihren Investitionen in die Bildungsinfrastruktur, insbesondere in Ganztagsschul- und Betreuungsangebote, in Digitalisierung und in berufliche Schulen unterstützt und darüber hinaus einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für alle Kinder im Grundschulalter zu schaffen. Weiter ist ein Digitalpakt Schule vorgesehen, der dafür sorgen soll, dass alle Schülerinnen und Schüler in allen Fächern und Lernbereichen eine digitale Lernumgebung nutzen können. Im Zuge eines Berufsbildungspaktes soll mit einer Ausstattungsoffensive auch die Digitalisierung an beruflichen Schulen vorangetrieben werden und im Rahmen der Novelle des Berufsbildungsgesetzes eine Mindestausbildungsvergütung verankert werden. Über das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzt sollen weiter finanzielle Hürden in Hinblick auf den beruflichen Aufstieg abgebaut werden, es sollen innovative Qualifizierungswege wie die höhere Berufsbildung und das duale Studium gefördert werden und die Aus- und Weiterbildung in den Sozial- und Pflegeberufen attraktiver gemacht werden – bis hin zu einer Ausbildungsvergütung. Schließlich soll eine Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zur Stärkung der beruflichen Bildung zur Sicherung des Fachkräftebedarfs eingerichtet werden.

Alle diese Maßnahmen sollen durch zusätzliche Haushaltsmittel in zweistelliger Milliardenhöhe finanziert werden. Wo aber bleibt dabei die Weiterbildung? Was ist aus der Forderung der Gewerkschaften nach einem Weiterbildungsgesetz geworden, was aus dem Vorschlag des Bildungsverbandes, einen Weiterbildungsbeauftragten der Bundesregierung einzusetzen? Das Weiterbildungssystem in Deutschland nimmt im internationalen Vergleich nur eine Position im Mittelfeld ein und weist erhebliche Mängel auf. Bietet der Koalitionsvertrag Anknüpfungspunkte auf, um die Rahmenbedingungen für die Weiterbildung nachhaltig zu verbessern und ihre Leistungen für den gesellschaftlichen Zusammenschluss so zu unterstützen?

Darüber soll auf der Fachtagung am 24. April 2018 in der URANIA in Berlin mit Bildungspolitikern und verschiedenen Vertretern aus (Weiter-)Bildungsorganisationen diskutiert werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.


Erstellt von Andreas Nierhaus