Wie bereits in meinem letzten Blog-Beitrag E-Learning: Die Auswahl der richtigen Lernmethode angekündigt, möchte ich in diesem Artikel darauf eingehen, wieso sich eine präzise Analyse der Ausgangssituation, und das darauf basierende Grobkonzept, positiv auf den gesamten Entwicklungsprozess auswirkt.

Das Grobkonzept als Leitfaden des Entwicklungsprozesses

Damit Sie keinen Kaltstart bei der Einführung einer neuen E-Learning-Maßnahme hinlegen, sollten Sie sich zunächst folgende Fragen beantworten:

  • Welche Qualifikationen sollen vom wem, wofür erreicht werden?
  • Was für Inhalte sollen in welcher Form integriert werden?
  • Welcher zeitliche Rahmen steht zur Verfügung?
  • Wer ist innerhalb des E-Learning-Projekts für was verantwortlich?
  • Wie sind die technische Rahmenbedingungen?
  • Wie hoch sind die zu erwartenden Kosten?

Bringen Sie diese Antworten auf Papier, ist die Grundlage für Ihr Grobkonzept erstellt. Was jetzt noch fehlt, sind Angaben zur didaktischen Aufbereitung der Lerninhalte und der strukturelle Aufbau des E-Learnings.

Didaktische Erläuterungen können sowohl Lernwege als auch Lernkontrollen sein oder die Art und Weise wie Lerninhalte vermittelt werden (z. B. informations- oder handlungsorientiert). Das sind natürlich nur einige von vielen didaktischen Mittel die im Vorfeld festgelegt werden sollten. Exemplarisch für den strukturellen Aufbau wird an dieser Stelle ein Blended-Learning Scenario, Kick-off Veranstaltung (Präsenz) – Online Phase – Abschluss Veranstaltung (Präsenz) und ein Online-Kurs, der z. B. aus mehreren aufeinanderfolgenden oder parallel stattfindenden Modulen bestehen kann, beschrieben.

Die hier dargestellten Punkte sind nur Teile eines umfangreichen Grobkonzepts. Es ist jedoch schon sehr gut zu erkennen, das unter Berücksichtigung der verbindlichen Vorgaben der gesamte Entwicklungsprozess nicht nur begleitet, sondern darüber hinaus vorgegeben wird.

Im Feinkonzept Details festlegen

Wenn das Grobkonzept erstellt wurde, kann mit der Feinplanung begonnen werden. Wie sollen Inhalte, unterstützt durch Medien oder interaktive Elemente, konkret dargestellt werden (Mediendidaktik)? Welche Formen der Lernkontrolle sollen eingesetzt und wie kann ein Teilnehmer während des Lernprozesses optimal unterstützt werden?

Beachten Sie: Mit einem detaillierten Feinkonzept können Kosten und Zeit im Entwicklungsprozess gespart und Fehlentwicklungen korrigiert werden.

Teamwork – Von Beginn an

Bei der Erstellung oben beschriebener Konzepte trägt ein reger Austausch zwischen den beteiligten Personen (-gruppen) zu einer erfolgreichen Einführung des E-Learning-Projekts bei. Nur wenn die entsprechende Fachabteilung, mit den zur Verfügung stehenden Lerninhalten, eng mit den E-Learning-Autoren zusammenarbeiten und sich Personalabteilung und Führungsebene über bevorstehende Kosten einig sind, ist die Voraussetzung für einen reibungslosen Entwicklungsprozess gegeben.

In unserem nächsten Beitrag werden wir erläutern, wieso E-Learning ist kein Selbstläufer ist und wie Sie in Ihrem Unternehmen Akzeptanz für E-Learning schaffen.

Quellen:
Kerres, M.: Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Oldenbourg 2001

Erstellt von Thomas Strüver