Nur etwa jeder dritte schwerstkranke, hochbetagte oder sterbende Mensch in Deutschland erhalte eine notwendige Hospizversorgung. Diese Feststellung trifft die Studie „Palliativversorgung Modul 3: Überversorgung kurativ – Unterversorgung palliativ? Analyse ausgewählter Behandlungen am Lebensende“, welche die Bertelsmann-Stiftung im vergangenen Jahr zum Thema Palliativpflege veröffentlicht hat.

Es besteht ein großer Bedarf an qualifizierten Palliativkräften in Alten- und Pflegeheimen, denn dies sind inzwischen die Orte, an denen fast ein Drittel der Menschen in Deutschland sterben. Die Altenpflege steht daher unter wachsendem Druck – „Menschen in hohem Lebensalter benötigen geeignete Versorgungsangebote, welche auch palliative Gesichtspunkte ausreichend berücksichtigen.“ Dies fordert die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“, für deren Umsetzung sich bislang 1.356 Organisationen und Institutionen sowie 14.832 Einzelpersonen mit ihrer Unterschrift eingesetzt haben und die von der Robert Bosch Stiftung gefördert und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt wird.

Fast jede zehnte Palliativkraft in Deutschland ist bislang über die Hospiz Akademie der Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste qualifiziert worden, etwa 1.400 insgesamt. Ursprünglich ein Teil der Berufsfachschule für Altenpflege in Ingolstadt und seit 2006 unter dem Dach der GGsD, wandelt sich 2012  das „Kompetenzzentrum für Palliative Care und Hospizkultur“, in dem neben Palliativkräften auch Multiplikatoren für Vorsorge, Schmerzexperten, Ethikberater oder Palliative Aromaexperten qualifiziert wurden, zur Hospiz Akademie der GGsD, die auch zahlreiche Module für unterschiedliche Aus- und Weiterbildungen, z. B. Erzieherinnen und Erzieher, Heilerziehungspflege und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Sozialen Betreuung, entwickelt.

Akademieleiter Martin Alsheimer bezeichnet seine Kolleginnen, Kollegen und sich selbst als „mobile Hospiz Akademie mit Standorten in ganz Bayern oder direkt vor Ort unterwegs. Wir nutzen die tolle Infrastruktur der GGsD mit ihren zwölf Schulstandorten und Bildungszentren, die es uns erlaubt, unsere Basistage, Kurse, Seminare und Beratungen an vielen Orten in
Bayern (und darüber hinaus) anzubieten. Wir reisen auch für unsere externen Kooperationspartner von Berlin bis an den Tegernsee. Oder wir kommen auch direkt in die Einrichtungen und zu den Pflege-Teams vor Ort als Inhouse-Angebot, mit Kursen in Kooperation oder als Projektberatung.

Gerade durch unsere Geschichte sind wir mit der (Alten-)Pflege sehr verbunden. Wir teilen mit den unterschiedlichen Begleiterinnen und Begleitern die Sorge um die hochbetagten, oft demenziell erkrankten Menschen. Palliative Geriatrie ist für uns kein spezialisiertes Dienstleistungsangebot, sondern gute, ausgebildete, regelhafte und verlässliche Altenpflege.“

 

Das Gesamtprogramm der Hospiz Akademie


Erstellt von Andreas Nierhaus