Hervorgerufen durch den demografischen Wandel und die steigende Neigung junger Erwachsener, nach dem Schulabschluss ein Studium zu beginnen, sind in einigen Regionen und Bereichen des Arbeitsmarktes Fachkräfteengpässe zu verzeichnen. Diese Entwicklung wird durch das bevorstehende Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge (Baby-Boomer) aus dem Berufsleben noch verstärkt werden. Zudem verändert sich die Nachfragestruktur auf dem Arbeitsmarkt durch den steigenden Altersdurchschnitt der Bevölkerung, indem beispielsweise eine stärkere Arbeitskräftenachfrage im Pflegebereich entsteht.

Vor diesem Hintergrund werden vermehrt Initiativen entwickelt, um unterschiedliche Zielgruppen für eine duale Berufsausbildung zu motivieren und zu mobilisieren und dadurch besonders den befürchteten Arbeitskräftelücken im mittleren Qualifikationsbereich begegnen zu können. Die Ausbildungsinitiative „jobstarter“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat zwei Arbeitshilfen vorgelegt, die mit Ideen aus der Projektpraxis das Beratungspersonal im Blick hat, welches instituts- bzw. trägerübergreifend für die angesprochenen Zielgruppen verantwortlich ist.

Studienabbrecherinnen und -abbrecher für die duale Berufsausbildung gewinnen

Knapp ein Drittel der Studierenden eines Jahrgangs in Deutschland verlässt die Hochschulen ohne Abschluss. Diese Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher stellen ein attraktives Nachwuchspotential dar – besonders für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) mit Fachkräfteengpässen. Allerdings ist diese Zielgruppe sehr heterogen und nicht immer problemlos erreichbar. Manche von ihnen beschließen bereits zu Beginn ihres Studiums, sich anders zu orientieren. Andere treffen diese Entscheidung erst sehr viel später in höheren Semestern oder nach nicht bestandenen Prüfungen. Besonders schwer ist es, mit denjenigen in Kontakt zu kommen, die bereits nicht mehr auf dem Campus erreichbar sind.

Die Erfahrungen in den „jobstarter plus-Projekten„, die das BMBF seit dem Jahr 2015 fördert, haben gezeigt, dass Studienaussteiger jedoch sehr erfolgreich in die duale Berufsausbildung integriert werden können. Sie gelten vielfach als reifer und zielorientierter als viele Schulabgängerinnen und -abgänger und verfügen zudem häufig bereits über fachliche und methodische Kompetenzen, die sie gewinnbringend am Ausbildungsplatz einbringen können.

Die Arbeitshilfe „Studienabbrecherinnen und -abbrecher für die duale Berufsausbildung gewinnen“ basiert auf den vielfältigen Erfahrungen in den „jobstarter plus-Projekten“ bei der Begleitung und Beratung von kleineren und mittleren Unternehmen sowie Studienaussteigerinnen und Studienaussteigern. Sie enthällt zahlreich konkrete Anregungen und praxisnahe Orientierungshilfen.

Die Arbeitshilfe finden sie hier.

Junge Geflüchtete für die duale Berufsausbildung gewinnen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KAUSA-Servicestellen (Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration) verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Beratungspraxis mit jungen Geflüchteten, die sie in den Facharbeitskreis „Erstinformation und Sensibilisierung nicht mehr schulpflichtiger Geflüchteter über Möglichkeiten und Perspektiven der dualen Ausbildung“ eingebracht haben. Auf den Empfehlungen dieses Facharbeitskreises basiert die Arbeitshilfe „Junge Geflüchtete für die duale Berufsausbildung gewinnen“, welche die wichtigsten Erkenntnisse der KAUSA-Servicestellen in Bonn, Gießen, Hagen und Hamburg zusammenfassen und vorstellen.

Unterteilt in die drei Bereiche „Motivieren“, „Informieren“ und „Unterstützen“ behandelt die Arbeitshilfe die wichtigsten Themen und kombiniert diese mit Illustrationen und erprobten Veranstaltungsformaten. In jedem Kapitel werden Praxisbeispiele und Argumentationshilfen vorgestellt. In der gesamten Veröffentlichung findet die zumeist schwierige Ausgangslage junger Geflüchteter in Hinblick auf ihre Lebens- und Berufsplanung außerhalb ihres Heimatlandes umfangreiche Berücksichtigung.

Die Arbeitshilfe finden sie hier.


Erstellt von Andreas Nierhaus