„Internationaler Alphabetisierungstag“

In vielen Ländern weltweit, aber auch in Europa, ist es immer noch nicht für jeden Menschen selbstverständlich, Lesen und Schreiben zu können. Für die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) ist Bildung der Schlüssel für nachhaltige menschliche Entwicklung und für die Überwindung von Armut.

Mit dem Weltalphabetisierungstag macht die UNESCO in jedem Jahr am 8. September auf die internationale Alphabetisierungsarbeit aufmerksam, die vor allem auf politische Maßnahmen zur Reduzierung des Analphabetismus, die Entwicklung geeigneter Lehr- und Lernmaterialien und die qualifizierte Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern setzt.

In diesem Jahr beschäftigt sich der Internationale Alphabetisierungstag mit dem Thema „Literacy and skills development“ (Alphabetisierung und Kompetenzentwicklung) und bei den Veranstaltungen, Konferenzen und Aktionen rund um diesen Tag werden im Schwerpunkt Projekte und Programme vorgestellt und behandelt, die integrierte Ansätze verfolgen. Diese Maßnahmen setzen sich sowohl die Alphabetisierung  der Teilnehmenden als auch die Förderung ihrer beruflichen Kompetenzen zum Ziel. Weitreichende Informationen zum Konzept des „International Literacy Day 2018“ und den Veranstaltungen finden Sie hier.

„Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung 2016 – 2026“

Im Zuge des Internationalen Alphabetisierungstages wird in Deutschland auch wieder verstärkt auf die „Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung 2016 – 2026“ hingewiesen, welche vor zwei Jahren von der damaligen Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, und der damaligen Präsidentin der Kultusministerkonferenz der Länder, Dr. Claudia Bogedan, ins Leben gerufen worden ist. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, gemeinsam mit dem Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V., dem Deutschen Volkshochschulverband e.V., dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. und dem Arbeitsbereich: Bildungsforschung, Integration, Genderforschung (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt in der Helmholtz-Gemeinschaft tritt mit dieser Alphabetisierungskampange dafür ein, die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren, zielgruppenadäquate Lernangebote bereitzustellen und Strukturen zur weiteren Verankerung von Alphabetisierung und Grundbildung in den unterschiedlichen bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Bereichen weiterzuentwickeln.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte „leo.-Level-One-Studie“ der Universität Hamburg hat in diesem Zusammenhang aufgezeigt, dass 7,5 Millionen Menschen (14,5 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung) in Deutschland nicht oder nur unzureichend lesen und schreiben, etwa ein Drittel aller funktionalen Analphabeten zuwischen 50 und 64 Jahren alt sind und mehr als fünfzig Prozent aller Betroffenen keinen oder nur einen niedrigen Schulabschluss besitzen.

Weitere Informationen zur „AlphaDekade 2016-2016“ finden Sie hier.


Erstellt von Andreas Nierhaus