Aus der Zusammenarbeit von fünf Forschungsverbünden im Förderschwerpunkt „Präventive Maßnahmen für die sichere und gesunde Arbeit von morgen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist ein Memorandum mit dem Titel „Arbeit und Technik 4.0 in der professionellen Pflege“ hervorgegangen. Die Autorinnen und Autoren nehmen darin eine gemeinsame Positionierung zur nachhaltigen und zukunftsfähigen Gestaltung und Implementierung von technischen Innovationen im Arbeitsbereich von Pflegekräften vor.

Maßgebliches Ziel ist ein Technikeinsatz, der dem Wesen der Pflegearbeit als soziale Tätigkeit und Interaktionsarbeit Rechnung trägt und dazu beisteuert, physische und psychische Arbeitsbelastungen zu reduzieren. Die Herausgeber des Memorandums betonen insbesondere, dass technischer Fortschritt in diesem Sinne eine umfassende Berücksichtigung der konkreten pflegerischen Praxis und der hierin gewonnenen Erfahrungen voraussetzt:

Technikentwicklung in der Pflege hat […] den komplexen sozio-dynamischen Kontext der Technikverwendung zu berücksichtigen und als sozio-technische Entwicklung insbesondere auch die Folgen (und nicht-intendierten Nebenfolgen) der Entwicklung systematisch in den Blick zu nehmen.

Dementsprechend seien die relevanten Akteurinnen und Akteure der Pflege und deren Bedürfnisse viel stärker als bisher in die Prozesse der Technikentwicklung und -implementierung einzubeziehen. Ferner gelte es, die Bewährung in realen Arbeitsprozessen zum zentralen Kriterium bei der Einführung technischer Innovationen zu machen.

Zu diesem Zwecke müssten die Auswirkungen spezifischer technischer Innovationen im pflegerischen Arbeitsfeld stets auch über einen längeren Zeitraum beobachtet und evaluiert werden. Dabei ließen sich gegebenenfalls hiermit einhergehende problematische Folgewirkungen und Risiken feststellen, um Maßnahmen zu deren Eindämmung entwickeln zu können.

Damit ein souveräner und reflektierter Umgang mit der Digitalisierung und Technisierung von Arbeitsprozessen seitens der Beschäftigten in der Pflege möglich ist – so eine weitere zentrale Forderung –, sollte diese Thematik zudem umfassender als bisher in die Aus-, Fort- und Weiterbildung integriert werden.

Eine Kurz- und Langfassung des Textes ist auf der Internetseite http://www.memorandum-pflegearbeit-und-technik.de/ abrufbar. Für alle, die die inhaltlichen Aussagen des Memorandums befürworten, gibt es hier auch die Möglichkeit, sich in eine Unterstützungsliste einzutragen.


Erstellt von Till Werkmeister