Unter dem Motto „Weiterbildung 4.0 – fit für die digitale Welt“ wollen die einundzwanzig Veranstalter des Deutschen Weiterbildungstages 2016 allen Bildungsträgern und Weiterbildungsorganisationen die Gelegenheit geben zu zeigen, wie sie die „vierte industrielle Revolution“ mitgestalten wollen und können.

Die Digitalisierung des Lebens nimmt im privaten wie im beruflichen Kontext unaufhaltsam zu und beeinflusst zunehmend das Denken und Handeln in nahezu allen Gesellschaftsbereichen. Das Internet und intelligente Endgeräte sind für die Mehrheit der Menschen in Deutschland, Europa und in weiten Teilen der Welt zum unverzichtbaren persönlichen Kommunikations- und Assistenzsystem geworden mit direktem Zugriff jederzeit und überall. Die Wirtschaft digitalisiert ihre Produktions-, Arbeits- und Vertriebsprozesse, verknüpft diese mit dem Internet und schafft so unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ durchgehende, intelligente sowie wissensintensive neue Verfahren, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Dieser immer schneller werdende Wandel von Arbeitswelt und Gesellschaft bleibt nicht ohne Auswirkung auch auf die Bildungseinrichtungen und deren Aufgabe, Menschen aller Altersstufen zur emanzipierten Teilhabe und zu einer gestaltenden Rolle in einer sich ständig verändernden Welt zu befähigen.

Die Chancen der Digitalisierung und die sich daraus ergebenden Vorteile für lebensbegleitendes Lernen in der beruflichen, kulturellen und allgemeinen Erwachsenen- und Weiterbildung sind enorm. Es gilt aber auch, die Augen vor den Risiken und Gefahren möglicher Fehlentwicklungen nicht zu verschließen.

Politische Plattform zum Deutschen Weiterbildungstag 2016 veröffentlicht!

Daher haben die Veranstalter des Deutschen Weiterbildungstages ihre Thesen und Forderungen hierzu in einem politischen Positionspapier festgehalten und veröffentlicht.

Weiterbildung 4.0 sei eine Selbstverpflichtung beziehungsweise Aufforderung für Bildungsanbieter, Lehrende und Lernende über die gesamte Bildungskette hinweg durch die Vermittlung von Medienkompetenz eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Anwendung der neuen Technologien zu ermöglichen. Es gehe auch darum, Grundlagen für die persönliche Entwicklung zu schaffen und die politische Partizipationsfähigkeit in einer sich ständig verändernden digitalen Welt im Sinne eines ganzheitlichen und demokratischen Bildungsverständnisses zu stärken.

Die Veranstalter des Deutschen Weiterbildungstages fordern Bund und Länder dazu auf, bei der digitalen Agenda der Bundesregierung eng zusammenzuarbeiten und die inhaltliche und materielle Ausgestaltung einer digitalen Bildungsoffensive mit der Wirtschaft und den Trägern der Weiterbildung gemeinsam zu gestalten. Sie erwarteten weiter, dass vom Nationalen IT-Gipfel 2016, der im November stattfinde und sich im Schwerpunkt mit Fragen der digitalen Bildung befassen werde, ein starkes Signal für eine konzertierte Aktion ausgehe, erläuterte der Sprecher der Veranstalter, Siegfried Schmauder, die politische Plattform in einer Veröffentlichung des Bildungsverbandes.

Zusammenfassend heißt es am Ende des Positionspapieres:

„Der Deutsche Weiterbildungstag 2016 vereint Akteure unter dem Leitgedanken, dass Bürgerinnen und Bürger, Regierungen und Parlamente, Unternehmen und Organisationen nur gemeinsam die Herausforderungen, vor die uns die digitale Revolution stellt, meistern können. Als erfahrene Bildungsexpertinnen und –experten wollen wir dazu unseren Beitrag leisten. Am Weiterbildungstag zeigen wir, wie wir mit unseren Programmen und Angeboten die Digitalisierung mitgestalten und fördern. Die digitale Transformation unserer Gesellschaft ist vor allem auch ein (Weiter-)Bildungsprozess!“

EU-Kommissar Günther Oettinger ist Schirmherr des Deutschen Weiterbildungstages 2016.

Der EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft tritt damit in die Fußstapfen des amtierenden Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, der die Schirmherrschaft im Jahre 2014 übernommen hatte, und führt damit die europäische Dimension des Weiterbildungstages fort. Als ausgewiesener Experte in Sachen Digitalisierung ist er der Wunschkandidat der Veranstalter.


Erstellt von Andreas Nierhaus