Flüchtlingen mit guter Bleibeperspektive rasche und unbürokratische Angebote im Bereich Sprachförderung bereitzustellen – das war das Ziel des Verwaltungsrats der Bundesagentur für Arbeit im Herbst vergangenen Jahres.

Zu diesem Zweck wurden als einmalige Nothilfe bis Ende 2015 beginnende Sprachkurse für Flüchtlinge aus Beitragsmitteln zur Arbeitslosenversicherung finanziert. Während zunächst mit bis zu 100.000 Kursteilnehmerinnern und – teilnehmern gerechnet wurde, meldeten die Bildungsträger tatsächlich ca. 222.000 Eintritte innerhalb des betreffenden Zeitraums.

Einige interessante statistische Daten zu den durch die BA finanzierten Kursen:

  • 44% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind jünger als 25 Jahre
  • 81% sind männlich
  • 73% der Teilnehmenden kommen aus Syrien, 14% aus dem Irak, 8% aus Eritrea und 5% aus dem Iran
  • die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus Nordrhein-Westfalen (20%), Bayern (12%), Baden-Württemberg (10%) sowie Berlin (9%)
  • die Gesamtkosten lassen sich gegenwärtig noch nicht exakt beziffern; voraussichtlich liegen sie zwischen 320 und 400 Millionen Euro

Die Kurse zur Sprachförderung wurden von unterschiedlichen Trägern in der Aus- und Weiterbildung, beispielsweise der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA), durchgeführt.

Die Vorsitzendende des Verwaltungsrates der BA unterstreicht die Bedeutung des Kursangebots: „Dass in so kurzer Zeit so viele Menschen einen Sprachkurs begonnen haben, zeigt das große Interesse der Flüchtlinge und dass unserer Entscheidung für diese schnelle und unbürokratische Maßnahme richtig und wichtig gewesen ist. Sprache ist der wichtigste Schlüssel zur Teilhabe am Arbeitsmarkt und damit zur gesellschaftlichen Teilhabe.“

Die Finanzierung der Sprachkurse aus Beitragsmitteln zur Arbeitslosenversicherung bleibt eine einmalige Nothilfe. Allerdings sind die Geldmittel aus dem Bundeshaushalt für entsprechende Maßnahmen deutlich aufgestockt worden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wird 2016 seine Integrations- und berufsbezogenen Sprachkurse daher ausbauen können.

 


Erstellt von Till Werkmeister