Die Anforderungen im Berufsalltag verändern sich zusehends schneller. Durch Digitalisierung, technischen und gesellschaftlichen Fortschritt müssen auch immer mehr Informationen verarbeitet werden, wobei gleichzeitig Wissen schneller veraltet. Schon seit längerer Zeit endet die Ausbildung heute nicht mehr mit dem Berufsabschluss, sondern wird kontinuierliche Weiterbildung erwartet und vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft ist eine hohe Weiterbildungsbeteiligung auch volkswirtschaftlich notwendig.

Die sozialen Unterschiede hinsichtlich Bildungszugang und Chancengerechtigkeit, die auch im letzten Jahr durch mehrere Studien für den schulischen und akademischen Bereich in Deutschland belegt worden sind, setzen sich bei der Weiterbildungsbeteiligung fort. Auch hier haben Besserverdienende und Höherqualifizierte einen deutlich höheren Anteil, wohingegen gerade ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Geringqualifizierte, Frauen in typischen Frauenberufen mit niedrigem gewerkschaftlichen Organisationsgrad und Menschen mit Einwanderungsgeschichte wesentlich seltener an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen.

Der Bundestagsfraktion der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN geht die gerade erfolgte Novellierung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes hier nicht weit genug: „Damit aus einem „Meister-BAföG“ für wenige eine zukunftsfähige Weiterbildungsförderung für alle wird, sollte das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz zu einer Bildungszeit PLUS umgebaut werden, die als Förderinstrument allen Interessierten offen steht und flexibel auf die individuellen Lebens-, Einkommens- und Vermögenssituation eingeht.“

Dies soll mit einem sozial gestaffelten Mix aus Zuschuss und Darlehen möglich gemacht werden und durch flankierende Maßnahmen abgesichert werden, die es Beschäftigten leichter als bislang ermöglichen sollen, für eine Fort- und Weiterbildungsphase ihren Arbeitszeitumfang vorübergehend reduzieren zu können.

Zum Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN


Erstellt von Andreas Nierhaus