Eine gute Bildung wird zunehmend entscheidend für die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Technischer Wandel, Digitalisierung und Innovationen steigern den Wert höherer Bildung, da das Angebot an Arbeitsplätzen im Bereich mittlerer oder geringer Qualifikationen durch sie kontinuierlich reduziert wird.

Laut der heute von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) veröffentlichten Studie „Bildung auf einen Blick 2018“ bleibt der berufliche und soziale Status der Eltern der wichtigste Faktor für die Teilhabe an Bildung und damit an wirtschaftlichem sowie sozialem Erfolg – auch in Deutschland!

Obwohl viele Untersuchungen gezeigt hätten, dass die kognitive Entwicklung eines Kindes bereits lange vor dem Eintritt in das Schulalter beginne, würden die Regierungen der Mitgliedsstaaten noch immer einen geringeren Anteil öffentlicher Gelder für die frühkindliche Bildung und Betreuung ausgeben, als für die höhere Bildung – auch in Deutschland!

In Deutschland nehme heute zwar ein deutlich höherer Anteil der unter 3-jährigen an frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung teil als noch vor zehn Jahren, doch spiele der Bildungsstand der Eltern hierbei eine große Rolle. Wenn die Mutter einen höheren Bildungsabschluss habe, liege die Betreuungsquote bei 49 Prozent, bei Müttern ohne Hochschul- oder vergleichbarer Bildung liege sie lediglich bei 37 Prozent.

Hinzu kommt, dass Kinder aus benachteiligten Verhältnissen seltener weiterführende Bildungsangebote in Anspruch nehmen und sich häufiger für eine Berufsausbildung entscheiden, als für allgemeinbildende Bildungsgänge, die sie auch mit geringerer Wahrscheinlichkeit beenden. Somit hätten laut der Studie 58 Prozent der 25- bis 64-Jährigen mit mindestens einem Elternteil mit einem Abschluss im Tertiärbereich ebenfalls einen hochschulischen Bildungsabschluss. Unter Erwachsenen aus der gleichen Altersgruppe, deren Eltern höchstens einen Abschluss im Sekundarbereich II (Gymnasium, Fachoberschulen, berufliches Gymnasium, Berufsfachschulen, Berufsschulen etc.) oder vergleichbaren Bereich erreicht hätten, sei der Anteil mit 29 Prozent gerade einmal halb so groß.

Dabei sind auch in Deutschland die Beschäftigungschancen und Einkommensvorteile für Absolventen des Tertiärbereiches nach wie vor hoch, obwohl der Anteil der Hochschulabsolventen eines Jahrganges in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen ist.

Diese Entwicklung zeigt aber auch deutlich, wie dringend notwendig Investitionen in die berufliche Weiterbildung und Aufstiegsfortbildung sind, um die Beschäftigungsfähigkeit zu gewährleisten bzw. zu verbessern, einem partiellen Fachkräftemangel begegnen zu können oder nachträglich berufliche Aufstiegschancen wahrnehmen zu können.

Weitere Informationen und den Bericht selbst finden Sie hier.

 


Erstellt von Andreas Nierhaus