HFH-Absolvent Thies Lesch ist kein Träumer, Thies Lesch ist Banker – und hat sein Masterstudium Wirtschaftsrecht trotzdem in erster Linie aus Lust an neuem Wissen begonnen.

Mit meinem Studium“, betont der 44-Jährige, „habe ich kein klares Ziel im Sinne der Karriere verfolgt. Mir ging es darum, meinen Horizont zu erweitern und etwas zu lernen, das jenseits meiner täglichen Aufgaben und meines Arbeitsalltags liegt.

Sein Arbeitsalltag, das ist das Finanz- und Kreditgeschäft einer großen norddeutschen Regionalbank, für die er bereits seit fast 18 Jahren arbeitet und bei der er als Abteilungsleiter Vertriebsmanagement ein 20-köpfiges Team führt. Eine Karriere musste sich Lesch also nicht mehr aufbauen. Diese lief bereits durchaus erfolgreich, als er sich Ende 2013 für das Onlinestudium Wirtschaftsrecht an der HFH entschied. 29 Monate später hat er es nicht nur erfolgreich beendet und darf nun das begehrte Kürzel LL.M. tragen – mit seiner Masterarbeit hat er zudem bewiesen, dass auch ein „Studium aus Interesse“ zu einem erfolgreichen Ergebnis führen kann, das wiederum selbst Interesse weckt: Kürzlich hat Thies Lesch seine Thesis als Fachbuch in der Reihe „Best-Masters“ im renommierten Springer-Gabler-Verlag veröffentlicht.

Negative Zinsen als brisantes Abschlussthema

Dass Lesch seine Abschlussarbeit in dieser Reihe veröffentlichen konnte, hat mit einer hervorragenden Abschlussnote, seinem guten Netzwerk und mit der hohen Aktualität seines Themas zu tun – es geht um negative Zinsen, deren Auswirkungen auf Kreditgeschäfte und die rechtlichen Folgen für Banken in Deutschland. „Das Thema der negativen Zinsen ist spätestens seit der Berichterstattung der FAZ im Februar 2015 auch in Deutschland in das öffentliche Interesse gerückt“, erklärt Lesch. Denn seit die Europäische Zentralbank 2014 begonnen hatte, negative Einlagezinsen für Banken zu erheben, mussten sich die Geldhäuser und deren Kunden erstmalig auch mit negativen Nominalzinsen auseinandersetzen – mit Folgen für die Ersparnisse der Kunden und das Kreditgeschäft der Banken. Für die Märkte seien negative Zinsen im Sinne einer negativen Rendite an sich nichts Neues, solange die Nominalzinsen positiv blieben. „Das Novum und die große Herausforderung für die Banken ist der negative Nominalzins, der rein mathematisch betrachtet zu einer Umkehrung der Zahlungsströme führt“, so Lesch. Wie brisant sich das Thema weiterentwickle, hänge nun vor allem von der Geldpolitik der EZB in den kommenden Monaten und Jahren ab.

Zügige Veröffentlichung im Springer-Verlag

Aufgrund der Aktualität des Themas und seiner Brisanz für die Entwicklung der europäischen Geldpolitik ging es dann letztlich auch mit der Veröffentlichung im Springer-Verlag sehr zügig: „Ich habe über einen mir bekannten Fachautor vorfühlen lassen, ob generell Interesse an einer Veröffentlichung zu meinem Thema besteht.“ Das war der Fall – und so kam der Stein ins Rollen und nahm in kurzer Zeit gewaltig an Geschwindigkeit auf: „Da in dieser Kompaktheit bislang noch kein Buch zum Thema existiert, und auch die formelle Qualifikation für das Best-Master-Programm mit meiner Abschlussnote von 1,1 erfüllt war, ging es dann schließlich recht schnell“, freut sich Lesch. Nachdem er sein finales Skript Ende November eingereicht hatte, ist das Fachbuch bereits Mitte Januar als E-Book erschienen und seit Anfang Februar nun auch als gedrucktes Exemplar erhältlich.

 

Hintergrund: Reihe BestMasters
Mit „BestMasters“ zeichnet der Springer-Verlag die besten Masterarbeiten aus, die an renommierten Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz entstanden sind. Die mit Höchstnote ausgezeichneten Arbeiten wurden durch Gutachter zur Veröffentlichung empfohlen und behandeln aktuelle Themen aus unterschiedlichen Fachgebieten der Naturwissenschaften, Psychologie, Technik und Wirtschaftswissenschaften. Die Reihe wendet sich an Praktiker und Wissenschaftler gleichermaßen und soll insbesondere auch Nachwuchswissenschaftlern Orientierung geben.

 


Erstellt von Andreas Nierhaus