Dr. Christiane Dauth und Dr. Julia Lang sind die Autorinnen des IAB-Kurzberichtes 19/2017 „Qualifizierung in der Altenpflege verbessert die Beschäftigungschancen“. Sie haben in einer Wirkungsanalyse untersucht, wie sich die Förderung der beruflichen Weiterbildung von 2003 bis 2015 entwickelt hat und welche Auswirkungen durch diese hinsichtlich der Beschäftigungsaussichten und der Verbleibdauer der Teilnehmenden im Pflegebereich festgestellt werden konnten.

Eingangs ihres Berichtes stellen die Autorinnen fest, der demografische Wandel werde sich in doppelter Weise auf den Bedarf an Pflegepersonal auswirken. Während die Zahl der pflegebedürftigen Personen steigen werde, sinke langfristig das Erwerbspersonenpotenzial. Eine Möglichkeit, den absehbaren und bereits heute an vielen Stellen auftretenden Fachkräftemangel in der Altenpflege zu reduzieren, sei die Qualifizierung Arbeitsloser bzw. Arbeitssuchender. Voraussetzung dafür sei es jedoch, dass die Teilnehmenden einer Weiterbildungsmaßnahme nach deren Abschluss auch langfristig in der Altenpflege tätig seien.

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter leisten mit geförderten Weiterbildungen für Arbeitslose einen erheblichen Beitrag zur Qualifizierung von Altenpflegepersonal. Mehr als jede vierte neu begonnene Ausbildung zur Altenpflegefachkraft im Schuljahr 2014/15 sei laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit durch eine Agentur für Arbeit oder ein Jobcenter gefördert worden. Dabei werden längere Umschulungen mit einer Dauer bis zu drei Jahren und kürzere berufsbezogene und berufsübergreifende Weiterbildungen unterschieden. Hierzu zählt auch die Ausbildung zur Altenpflegehelferin und zum Altenpflegehelfer, die in der Regel ein Jahr dauert, sowie die Ausbildung zur zusätzlichen Betreuungskraft.

Weiter stellen die Autorinnen fest, dass zu Beginn des Beobachtungszeitraumes in den Jahren 2003 und 2004 die Umschulungen eine weitaus höhere Bedeutung im Bereich der geförderten Weiterbildung eingenommen hätten, als die kürzeren Maßnahmen. Dies habe sich allerdings in der Nachfolgezeit deutlich zugunsten der kostengünstigeren (da kürzer)  Weiterbildungen verändert. Erst seit dem Jahr 2009 würden Umschulungen wieder verstärkt gefördert.

Wie sinnvoll dies ist, zeigen weitere Ergebnisse. Nach dem Abschluss einer Umschulung steige die Beschäftigungswahrscheinlichkeit der Teilnehmenden sprunghaft auf 70 Prozent an. Damit liege der positive Fördereffekt der Umschulungen in der Altenpflege zeitweise bei über 30 Prozentpunkten gegenüber den Vergleichsgruppen. Und sogar zehn bis zwölf Jahre nach dem Beginn einer solchen Maßnahme liege er immer noch bei gut zwanzig Prozentpunkten. Bei den deutlich kürzeren Weiterbildungen zeige sich im Gegensatz dazu ein dauerhafter Fördereffekt auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit, der bei rund zwanzig Prozentpunkten liege.

Weitere Ergebnisse der Wirkungsanalyse finden Sie in dem IAB-Kurzbericht 19/2017.

 


Erstellt von Andreas Nierhaus