Das Stipendium ist Anerkennung und Unterstützung zugleich

Nach einer längeren Erkrankung ihres Mannes musste Kathleen Calliebe, Bachelorstudentin im Studiengang Pflegemanagement, neben ihrer Vollzeittätigkeit in der Pflege, der Erziehung ihrer drei Kinder und parallel zum Studium an der HFH eine zusätzliche Stelle annehmen, um finanziell über die Runden zu kommen. „Für mich war das selbstverständlich“, sagt die 39-Jährige. „Allerdings bedeutete dies auch weniger Zeit für meine Familie und für mein Studium.“ Auf der Webseite der Hamburger Fern-Hochschule informierte sie sich über Fördermöglichkeiten während des Studiums und bewarb sich schließlich für das Deutschlandstipendium. Erwartungen hatte sie dabei keine, da sie der Ansicht war, Stipendien würden nur an Bewerber mit herausragenden Noten vergeben. Dann kam die Zusage von der Vergabekommission:

„Und an diesem Tag ist mir erst bewusst geworden, was ich wirklich leiste“, sagt sie.

„Das Stipendium ist Anerkennung und Unterstützung zugleich, eine Auszeichnung und definitiv ein Motivationsschub für mein Studium an der HFH.“

Seit Anfang des Jahres erhält sie nun monatlich eine Förderung in Höhe von 300 Euro und das über einen Zeitraum von mindestens zwei Semestern. Allerdings kann die Förderung, sofern die Förderkriterien weiterhin erfüllt sind, auch bis zum Ende der Regelstudienzeit ausgedehnt werden. Möglich macht das eine Kofinanzierung der gemeinnützigen DAA-Stiftung Bildung und Beruf mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Stipendienprogramms Deutschlandstipendium. Dabei übernimmt die Stiftung die Hälfte des Förderbeitrages; 150 Euro steuert der Bund bei. „Eines unserer primären Ziele ist dabei die Stärkung der Bildungsmobilität“, sagt Dr. Till Werkmeister, Vertreter der DAA-Stiftung Bildung und Beruf. „Insbesondere im Hinblick auf unsere Gemeinwohlorientierung ist es uns ein besonderes Anliegen, Menschen dafür Anerkennung zukommen zu lassen, dass es ihnen unter widrigen Bedingungen gelungen ist, ein Studium aufzunehmen.“ Bewerber, die ihre Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg erlangt, bzw. gar kein Abitur gemacht haben, können demnach genauso ein Chance auf eine Förderung haben, wie Bewerber, die aufgrund ihrer finanziellen oder familiären Situation Unterstützung benötigen. Auch Leistungen in Schule, Studium und Beruf sowie gesellschaftliches oder politisches Engagement werden bei der Auswahl ebenfalls maßgeblich berücksichtigt.

Stipendium als Entscheidungshilfe für ein Masterstudium

Für HFH-Studentin Marie Sohn, die gerade ihr Bachelorstudium im Studiengang Health Care Studies für Berufserfahrene an der HFH beendet hat, spielte die finanzielle Unterstützung durch das Deutschlandstipendium eine ausschlaggebende Rolle bei der Entscheidung zur Aufnahme eines Masterstudiums: „Ein Masterstudium anzufangen, empfanden einige in meiner Familie aufgrund der Kosten, der minimalen Zeitressourcen und meiner Vollzeittätigkeit als utopisch“, erzählt die zweifache Mutter. „Mein Mann war allerdings von Beginn an beeindruckt von der Idee, machte sich aber selbstverständlich auch Sorgen wegen der Finanzierung.“ Das Stipendium kam da genau richtig. Familienaktivitäten kann sie mit ihren Kindern nun trotzdem unternehmen, „und meine persönlichen Lebensziele haben keine finanziellen Folgen für meine Kinder“.

Insgesamt 38 Stipendiaten wurden seit der ersten Vergaberunde im Frühjahrssemester 2015 bis heute im Rahmen ihres Fernstudiums an der HFH unterstützt. Viele konnten ihr Studium, auch dank der finanziellen Förderung innerhalb der Regelstudienzeit beenden; andere haben durch die entgegengebrachte Wertschätzung einen Motivationsschub erhalten.

„Es beeindruckt mich bis heute, dass sich ein Gremium dazu entschieden hat, mich und meine Familie zu unterstützen, und das, ohne eine Rückzahlung zu verlangen“, sagt Marie Sohn.

So etwas kenne man normalerweise nur von der eigenen Familie.

Infos zur Bewerbung um ein Deutschlandstipendium

An einer Förderung interessierte HFH-Studierende können sich wieder vom 17. März bis 21. April auf eines der Deutschlandstipendien bewerben. Informationen zu den Bewerbungsvoraussetzungen, dem Förderumfang sowie den Bewerbungsunterlagen finden Interessierte auf der HFH-Website. Für Fragen steht der Forschungs- und Projektkoordinator der HFH, Marcin Czaja, unter 040 35094-3803 oder marcin.czaja@hamburger-fh.de zur Verfügung.


Erstellt von Andreas Nierhaus