Gefördert durch das Ministerium für Bildung und Forschung haben die Kammerorganisationen von Handwerk sowie Industrie und Handel in einer dreijährigen Projektlaufzeit ein Validierungsverfahren zur Bewertung und Zertifizierung  während der Berufsausübung, also non-formal bzw. informell, erworbener Kompetenzen entwickelt und erprobt.

ValiKom – „Abschlussbezogene Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen“ – richtet sich an Personen, die unabhängig von ihrem derzeitigen Beschäftigungsstatus im In- und/oder Ausland beruflich relevante Kompetenzen erworben haben, die sie aber nicht durch einen entsprechenden Berufsabschluss nachweisen können. Besonders, wenn diese Personen arbeitslos werden, kann dies zu einem schwerwiegenden Problem werden, da ihnen ein Nachweis über ihre fachlichen Fähigkeiten fehlt. Dem soll nun mit ValiKom Abhilfe geschaffen werden.

Mit ValiKom werden beruflich relevante Kompetenzen einer Person identifiziert, dokumentiert und zertifiziert. Die Kompetenzen werden dann in Bezug auf einen anerkannten Aus- bzw. Fortbildungsabschluss bewertet. In einem ersten Schritt werden vorhandene Dokumente zur Bildungs- und Erwerbsbiographie ausgewertet, bevor dann auf dieser Grundlage die beruflichen Kompetenzen durch praxisorientierte Instrumente, wie beispielsweise eine Arbeitsprobe oder ein Fachgespräch, festgestellt und bewertet werden.

Wenn der Validierungsprozess zeigt, dass alle wesentlichen Kompetenzen, die für die Ausübung des Refenzberufes erforderlich sind auch vorliegen, wird durch eine Handwerkskammer bzw. Industrie- und Handelskammer ein Zertifikat ausgestellt, das die Gleichwertigkeit mit dem entsprechenden Beruf bzw. Aus- oder Fortbildungsabschluss dokumentiert. Das Verfahren kann sowohl von Personen ohne Berufsabschluss als auch von Personen mit Berufsabschluss, die aber in einem anderen Beruf als dem ursprünglichen tätig sind, in Anspruch genommen werden.

Voraussetzung für eine Teilnahme ist ein Mindestalter von fünfundzwanzig Jahren und der Nachweis einschlägiger Berufserfahrung.

Der Erprobungszeitraum des Projektes läuft noch bis Ende März 2018 und zurzeit werden Beratungsgespräche mit Interessenten aus der Zielgruppe geführt, Berufsexpertinnen- und experten in der Durchführung der Fremdbewertung geschult und Multiplokatoren über das Verfahren und den bisherigen Projektverlauf informiert. Die Ergebnisse der Erprobung werden abschließend in einem Handlungsleitfaden mit Verfahrensbeschreibung, Instrumenten, Validierungszertifikat und Umsetzungsempfehlungen dokumentiert und verbreitet.

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Erstellt von Andreas Nierhaus